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Website „Relaunch“ oder „Redesign“?

9 essentielle Fragen für Nicht-Techies

Wenn Webseiten-Betreiber ihre Seite überarbeiten, gibt es zahlreiche Faktoren, die unbedingt beachtet werden müssen. Hier sind neun wichtige Fragen, die sich zuvor jeder stellen sollte.

Wenn ein Website-Relaunch ansteht, bekommen Webagenturen häufig zu hören: Macht mal, ihr seid die Experten. Nun: Ja und nein.
Ja, wenn es um die Auswahl der zum jeweiligen Kunden passenden Technik geht (also der Auswahl des Content Management Systems, der Entscheidung, wie die Server-Infrastruktur aussieht, etc.). Ja, wenn es darum geht, die Corporate Identity der Kunden in ein zeitgemäßes und benutzerfreundliches Webdesign zu gießen. Und ja, wenn es darum geht, standardkonformen Code zu implementieren, mit Blick auf Suchmaschinenfreundlichkeit und schnelle Ladezeiten.
Nicht aber bei den folgenden neun essentiellen Relaunch-Fragen. Diese sollten Sie sich vor dem nächsten Relaunch Ihrer Website unbedingt selbst stellen. Bei der Beantwortung dieser Fragen können wir Sie unterstützen und beraten, letztlich sitzen hier aber Sie am Steuer-

1. Gleich die Gretchenfrage: Website-Relaunch oder Redesign?

Möchten Sie nur einen zeitgemäßen Rebrush, der sich an aktuellen Trends im Webdesign orientiert? Dann bietet sich ein Website Redesign an. Hier wird ausschließlich das Design einer Internetpräsenz erneuert, die zugrundeliegende Struktur und die Technik unter der Haube bleiben erhalten.
Beim Website Relaunch hingegen geht es auf allen Ebenen zur Sache: Hier wird nicht nur das Design, sondern auch die komplette Struktur einer Website neu überdacht und verändert. Der Code wird neu geschrieben und vielleicht steht auch ein Switch auf ein neues Content Management System und eine Anpassung beim Hosting auf der Agenda. Last not least erfolgt bei einem Relaunch sehr häufig eine grundlegende Überarbeitung der Website-Inhalte.

2. Was soll bei Ihrer neuen Website besser funktionieren?

Nutzen Sie ihr internes und externes Netzwerk, um herauszufinden, mit welchen Hürden und Hindernissen Ihr Team und Ihre Kunden auf Ihrer alten Website am meisten zu kämpfen hatten. Entscheidend für Ihren Online-Erfolg ist die Benutzerfreundlichkeit Ihrer Web-Angebote. Bei diesem Thema können Sie gar nicht akribisch genug sein.
Vor dem Einsatz neuer Features und Funktionalitäten, so hip und up-to-date sie sein mögen, sollten Sie zunächst überlegen: Sind sie wirklich sinnvoll und passend für Ihr Unternehmen und Ihre Kunden? Oft ist weniger mehr.

3. Für welche Endgeräte soll ihre Website optimiert sein?

Immer mehr Nutzer surfen und suchen mit mobilen Endgeräten im Internet. Kein Wunder also, dass Google mittlerweile mobile Websites bevorzugt. Eine mobile Optimierung ist daher auch für Ihren Internetauftritt unabdingbar, wenn Sie nicht zu viel PS auf der Straße lassen möchten. Sei es, dass Sie eine gesonderte mobile Website zur Verfügung stellen oder dass Sie Ihren Webauftritt responsiv erstellen lassen. Bei dieser Technik passt sich ein und dieselbe Website automatisch an die Größe des Ausgabegerätes an.
Wie viele unterschiedliche Layouts Sie dabei benötigen, hängt entscheidend vom Verhalten Ihrer Besucher ab. Sollte aktuell eine signifikante Zahl Ihres Traffic von Tablets kommen, sollten Sie zusätzlich zur Optimierung Ihre Website für Smartphones auch über eine angepasste Darstellung für diese Geräteklasse nachdenken.
Haben Sie bereits Google Analytics im Einsatz, um die Nutzung Ihrer Website zu tracken? Wenn ja, dann nutzen Sie Ihre Analytics-Daten, um zu prüfen, mit welchen Endgeräten Ihre Website-Besucher unterwegs sind.

4. Welche Unternehmensziele möchten Sie online erreichen?

Die inhaltliche, visuelle und funktionale Ausrichtung Ihrer Website muss sich nach Ihrer Zielstellung richten: Eine Image-Seite wird immer anders aufgebaut sein und über andere Funktionalitäten verfügen als eine für die Generierung von Leads optimierte Website. Ein Web-Shop funktioniert gänzlich anders als ein auf Informationen und Wissensvermittlung ausgerichtetes Portal.
Was sind die Haupt-Ziele Ihres Webauftritts? Geht es Ihnen primär um Traffic? Möchten Sie diesen durch Display-Werbung oder Native Advertising monetarisieren? Möchten Sie über Ihre Website Interessenten gewinnen, die Ihnen persönliche Informationen hinterlassen? Oder bieten Sie Ihre Angebote und Produkte direkt zum Kauf an? Und wie steht es mit dem Thema Kundenbindung?

5. Welche Zielgruppen möchten Sie erreichen?

Je genauer Sie Ihre Zielgruppen definieren, desto leichter tun sie sich später bei der Content-Erstellung. Am besten beschreiben Sie Ihre Wunschbesucher als Personas. Wie das geht wird hier sehr schön erklärt.
Ein kniffeliges Thema ist im Deutschen immer auch die Ansprache: Stellen Sie durch ein „Du“ Nähe und Vertrautheit her oder setzen Sie auf ein seriöses, professionell distanziertes „Sie“? Was passt am besten zu Ihren Personas?
Für welche Ansprache Sie sich auch entscheiden: Am Wichtigsten ist es, dass Sie dann auch konsistent sind, und Ihre gewählte Form der Ansprache online konsequent durchziehen.

6. Können Sie Ihren Besuchern Inhalte mit echtem Mehrwert bieten?

Hochwertiger Content ist Trumpf – so abgedroschen es klingen mag. Nur durch Inhalte, die überzeugen, relevant sind und echten Mehrwert schaffen, sorgen sie dafür, dass Besucher auf Ihrer Seite verweilen und vielleicht sogar bereit sind, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen oder etwas zu kaufen.
Sie sind in ihrem Marktumfeld Experte – beobachten Sie die Konkurrenz: Welche Inhalte finden Sie auf deren Websites besonders gut? Was fehlt Ihnen?
Viele Webauftritte sind immer noch stark aus Unternehmenssicht gebaut – nutzen Sie Ihren geplanten Relaunch, die Firmen-Brille einmal abzusetzen und Ihr Themengebiet aus Sicht Ihrer Besucher zu sehen. Denn je besser Sie die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Nutzer befriedigen, desto länger werden diese auf Ihren Seiten verweilen und umso mehr Vertrauen schaffen Sie. Hochwertige Inhalte, die zum Beispiel oft gestellte Fragen Ihrer Interessenten und Kunden beantworten, ermöglichen Ihnen, dass Ihre Besucher sich an Sie erinnern und das nächste Mal wiederkommen.
Überlegen Sie sich, wie Sie ihre Personas ansprechen können. Welche Content-Formate passen genau so gut zu Ihren Zielen und Angeboten wie zu Ihren Zielgruppen? Sind das (Blog-)Artikel, White Paper, Case Studies oder lebendige Produktbeschreibungen? Können Sie vielleicht Formate wie Video oder Podcasts nutzen, um komplexe Vorgänge sympathisch und einfach zu erklären? Welche Inhalte können Sie produzieren, die Ihren Besuchern so sehr weiterhelfen und so gut gefallen, dass sie diese über Social Media teilen oder an ihre Bekannten weiterleiten?
Überprüfen Sie auch das Wording von Buttons oder Überschriften: Sind die auch für einen Laien verständlich? Und sind Handlungsaufforderungen so einladend und prägnant formuliert, dass Sie selbst gerne darauf klicken würden?

7. Wie sehen die typischen Customer Journeys Ihrer Besucher aus?

Haben Sie die Content-Fragen beantwortet, geht es darum, die optimale Navigationsstruktur und die intuitivsten Navigationswege für Ihre Website zu definieren. Machen Sie sich Gedanken darüber, auf welchen Wegen Ihre Website-Besucher bei Ihnen landen werden. Welche Landing Pages sind sinnvoll? Wie leiten Sie Ihre Besucher entsprechend der jeweiligen Informationsbedürfnisse weiter? Welche Konversionspunkte bieten Sie an?
Je logischer und intuitiver Ihre Website-Navigation aufgebaut ist, desto höher ist die Benutzerfreundlichkeit – und desto lieber werden sich Ihre Nutzer auf eine Reise durch ihre Website bis zu den von Ihnen definierten Abschluss-Zielen einlassen. Vermeiden Sie es dabei wenn möglich mehr als drei Navigationsebenen anzubieten. Das ist für Ihre Besucher schnell ein komplexes Unterfangen und auch aus Suchmaschinensicht keine gute Idee.
Achten Sie auch immer darauf, dass wichtige Informationen wie Ansprechpartner, Adresse oder Kontaktmöglichkeit für Ihre Interessenten immer einfach und schnell zugänglich sind.

8. Haben Sie die SEO-Optimierung Ihrer Inhalte im Blick?

Ok. SEO. Das klingt technisch. Und das ist es auch, aber eben nur zum Teil. SEO spielt sich ganz entscheidend auch auf der Content-Ebene ab. Ihr nächster Website-Relaunch ist ein sehr guter Moment, sich mit dem Thema „On Page SEO“ zu befassen. Denn viele On-Page-Maßnahmen betreffen Ihre Texte. Die Google Crawler schätzen gut strukturierte Texte, weil sie ihnen mehr Futter zur Einordnung der Inhalte geben. Arbeiten Sie daher mit Zwischenüberschriften und auch mal mit Aufzählungen oder Bullet Points.
Wichtig ist, dass Sie auf jeder Seite genau eine Hauptüberschrift haben (in HTML: Eine H1), die den Seiteninhalte gut beschreibt. Sie sollte nicht länger als 70 Zeichen sein, weil sie sonst in der Darstellung der Suchergebnisse bei Google abgeschnitten wird.
Gerne vergessen wird das Ausfüllen der Meta Description. Das ist der Text der unter der Headline in den Suchergebnissen steht. Damit Ihnen das nicht passiert und damit Sie die Meta Description komfortabel pflegen können, achten Sie darauf, dass Sie in Ihrem CMS bei jeder Seite ein Meta Description Feld angezeigt bekommen. Wenn Sie WordPress einsetzen, was wir Ihnen empfehlen, dann nutzen Sie dazu ein SEO-Plugin wie Yoast. Eine ausgefüllte Meta Description ist nicht nur gut für SEO, sie dient Ihren möglichen Besuchern auch als hilfreiche Orientierung, ob Ihre Seite sich für sie lohnt.
Der mit Abstand am häufigsten auftretende On-Page-Fehler aber ist es, Website Bilder stiefmütterlich zu behandeln. Eine Studie von Raven Tools hat ergeben, dass 78 Prozent aller On-Page-Fehler bei Bildern gemacht werden. Und das vor allem bei zwei Punkten, die wenn man sie auf dem Schirm hat eigentlich sehr schnell erledigt sind: Bilder haben entweder keinen „Title“, also Bildnamen, oder keinen „Alt“-Text. Das ist ein Alternativtext, der den Bildinhalt beschreiben soll und zum Beispiel auf Screenreadern für sehbehinderte Menschen vorgelesen wird. Nehmen Sie sich also die Zeit, Ihrem Bild einen sinnvollen Namen und einen aussagekräftigen Alternativtext zu geben.
Ein kleines Incentive hierfür kann die Tatsache sein, dass jeden Tag mehr als 1 Milliarde Ergebnisseiten der Google Bildersuche aufgerufen werden. Und dort erscheint Ihr Bild nur auf den vorderen Plätzen, wenn es einen sinnvollen Namen und Alternativtext besitzt.

9. Und wie geht es nach dem Relaunch weiter?

Ihre neue Website ist online, alles sieht gut aus und Sie haben ein SEO-Debakel erfolgreich vermieden? Herzlichen Glückwunsch. Nur: Legen Sie jetzt bitte auf keinen Fall für die nächsten Jahre die Füße hoch.
Natürlich haben Sie und Ihre Agentur Ihr Bestmögliches getan, um Userwünsche zu berücksichtigen, aktuelle Designtrends umzusetzen und neue technische Features zu integrieren. Für den Moment. Und eben das Bestmögliche. Damit Sie aus Ihrer Website wirklich alles herausholen und sie Ihnen die Rendite bringt, die Sie sich wünschen, sollten Sie allerdings mit Anpassungen nicht drei Jahre warten.
Jeder Website-Relaunch basiert auf einer Fülle von Hypothesen. Evaluieren Sie Ihre Hypothesen laufend, analysieren Sie die Performance Ihrer Features und justieren Sie nach, wenn bestimmte Elemente doch nicht so funktionieren wie gedacht. Wagen Sie auch Experimente mit Instrumenten wie zum Beispiel A/B-Tests. Ihrer Konversionsrate und der Usability Ihrer Website wird das gut tun.
Um es auf den Punkt zu bringen: Finden Sie in einen Modus des kontinuierlichen Relaunches. Luke Summerfield von Hubspot hat dieses Vorgehen Growth-Driven Design getauft. In diesem Sinne: Seien Sie erfolgshungrig und denken Sie bei Ihrer Website strikt wachstumsgetrieben.

Quelle: Internetworld.com